Eine Gemütsregung, die ein Leiden ist, hört auf, ein Leiden zu sein,
sobald wir uns von ihr eine klare Vorstellung bilden."  (Spinoza)

Sucht

Eine psychische Fehlhaltung auf der Basis einer geschwächten Persönlichkeitsstruktur ist laut Schulmedizin die Voraussetzung der Abhängigkeit und der Sucht. Diese äußern sich in dem Bestreben, aus der unerträglich erscheinenden Realität, die durch äußere oder innere Gründe bedingt sein kann, in eine Betäubung zu flüchten.

Häufig sind es anhaltende Ambivalenzkonflikte, Gefühle von Versagen, Einsamkeit und Sinnentleerung des Lebens, die durch das Suchtmittel verdrängt werden sollen. Durch das Suchtverhalten wird aber lediglich ein kurzzeitiges Gefühl der Gehobenheit erzeugt, natürlich ohne dass die Probleme gelöst werden. Im Nachhinein kann der Zustand noch weniger erträglich sein. So entsteht ein körperlicher und intrapsychischer Teufelskreis aus unbezwingbarem Verlangen nach den Suchtmitteln und immer größerer Abhängigkeit. Dabei wird eine selbstzerstörerische Komponente deutlich. Man unterscheidet zwischen nichtstoffgebundener und stoffgebundener Abhängigkeit.

Jedes menschliche Verhalten kann zur Abhängigkeit führen, z. B. exzessives Arbeiten, Sport, Sexualität, Computer, Glücksspiele. Bei Medikamenten- und Drogensucht tritt die schädigende Wirkung des Suchtmittels (Alkohol, Morphine, Cocain, Cannabis, Amphetamine, Barbiturate, Halluzinogene, Khat) hinzu. Bewusstseinslage und Erlebnisfähigkeit werden durch die Suchtmittel verändert.

Es werden verschiedene Stufen des Suchtmittelgebrauchs unterschieden:

  1. Missbrauch
  2. Gewöhnung / Toleranz
  3. psychische Abhängigkeit
  4. physische Abhängigkeit

Alkoholismus wird häufig nicht erkannt. Frühsymptome des Alkoholismus sind: reduzierter Allgemeinzustand, Magen- und Darmbeschwerden, Schlafstörungen, später auch Vergesslichkeit, Potenzstörungen, Tremor, Wadenkrämpfe, Muskelzucken. Alkoholschäden betreffen praktisch alle Organsysteme.

Auf psychischem Gebiet zeigen sich die Folgen eines chronischen Alkoholismus in der alkoholischen Persönlichkeitsveränderung: Stimmungslabilität, Rücksichtslosigkeit, Egoismus.

Die Therapie besteht aus mehreren Phasen:

  1. Entgiftungsphase: Entzug - meist im Krankenhaus, evtl. sogar für kurze Zeit in einer geschlossenen Station. Je nach Stärke der Abhängigkeit auch ambulant möglich-
  2. Kontaktphase: Motivation
  3. Entwöhnungsphase: Unabhängigkeit. Hier haben sich langandauernde, stationäre Angebote oder ambulante Langzeittherapien bewährt
  4. Nachsorgephase: Rehabilitation udn Rückfallprophylaxe. Häufige Ursachen für Rückfälle sind unverändert gebliebene Lebensprobleme
 
Copyright © 2009 beberast.net
Karl Blossfeldt Fotografien Copyright © Karl Blossfeldt Archiv, Ann und Jürgen Wilde, Zülpich - Germany
All Rights Reserved.